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Feuerwehr Bückeburg-Stadt
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Sa., 19.05.2018, 22:25 Uhr

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Feuerwehr trauert um langjährigen Kameraden Helmut Herrman

14. April 2018

Am 14.04.2018 verstarb nach unser langjähriger Kamerad Helmut Herrmann, der nahezu 60 Jahre in unserer Wehr aktiv war. Ein Nachruf von unserem Kameraden Karl-Heiz Driftmann.


Am 14. April 2018 hat sich das Leben unseres Kameraden Helmut Herrmann vollendet. Nach mehrjähriger Krankheit, die ihn immer mehr quälte, hat er seine letzte große Reise angetreten. Helmut Herrmann folgt nahezu genau nach einem Jahr seiner vorangegangenen Ehefrau Monika.



Im Jahr 1941 wurde Helmut Herrmann in Bückeburg geboren. Nach dem Schulabschluss erlernte er den Beruf des Kfz-Mechanikers. Im Alter von 17 Jahren hat er sich der Freiwilligen Feuerwehr in Bückeburg angeschlossen.

Nach Unterbrechung durch die Bundeswehrzeit stand Helmut Herrmann der Feuerwehr intensiv zur Verfügung. Nachdem er seine berufliche Tätigkeit gewechselt hatte, nun tätig im Dienste der niedersächsischen Justiz, hat sich sein Engagement im Dienst für den Nächsten, mit vielen Fortbildungslehrgängen, zu einer wahren Karriere entwickelt. Dabei war seine Aus- und Fortbildung nicht nur auf den örtlichen Bereich begrenzt. Die Belange der kommunalen Feuerwehr waren die eine, die des überörtlichen Zivil- und Katastrophenschutz die andere. Hinzu kamen die Tätigkeiten als Ausbilder auf Ebene des Landkreis Schaumburg in unterschiedlichen Bereichen. Es gibt im Landkreis Schaumburg so gut wie keine Feuerwehr, in der der Kamerad Herrmann nicht als Ausbilder tätig war.

Seine Art der Ausbildungsgestaltung war derart humorvoll und selbst bei trockenen Themen so lebendig, dass es schwer fiel, das Gehörte und Gesehene zu vergessen. Helmut Herrmann hatte die Gabe, seine Erfahrungen aus vielen Jahren, gesammelt in der Praxis, an jüngere Kameradinnen und Kameraden weiterzugeben. Nicht jedem Ausbilder gelingt das so perfekt, wie es ihm von der Hand ging.

Als Kreisbereitschaftsführer einer Kreisfeuerwehrbereitschaft hat Helmut Herrmann durch seine Kenntnisse über die Strukturen des gesamten erweiterten Katastrophenschutzes sich viele Verdienste dadurch erworben, dass er stets bemüht war, das Miteinander dieser unterschiedlichen Gruppen zu verbessern. So entstand zur Zeit seiner Aktivitäten als Kreisbereitschaftsführer ein erster engerer Kontakt der Feuerwehr zu den Sanitäts- und Bergungszügen.

Seine in insgesamt mehr als einem Dutzend absolvierten Aus- und Fortbildungslehrgänge an der Landesfeuerwehrschule Celle und der Katastrophenschutzschule des Bundes in Ahrweiler erworbenen Kenntnisse machten aus dem Feuerwehrkameraden Helmut Herrmann auch eine Führungskraft, die im Einsatzfall in fast jeder noch so schweren Lage einen Ausweg fand. Besonders hart traf ihn deshalb kurz vor Beginn seiner Erkrankung, dass sein Zuhause an der Pulverstraße teilweise vom "Roten Hahn" vernichtet wurde.

Helmut Herrmann war einer der letzten Feuerwehrkameraden aus Bückeburg, die aktiv an der Rettung der Stadtkirche bei dem großen Brand 1962 in Bückeburg beteiligt waren.

Manche Neuerung bei den Feuerwehren hat er mit getragen, angefangen bei der Einführung des Sprechfunkwesens bis zur Drehleiter und dem ersten Rüstwagen bei der Schwerpunktfeuerwehr Bückeburg-Stadt.

Nach seinem altersbedingten Ausscheiden aus dem aktiven Feuerwehrdienst als Hauptbrandmeister und als ein Veteran des Löschwesens im Landkreis Schaumburg schenkte er sein Herz einer neuen Einrichtung in Bückeburg: Dem Verein zur Erhaltung historischer Feuerwehrfahrzeuge, Geräte und Literatur Bückeburg e.V. und dem von dieser Gruppe gegründeten "Museum der Hilfsorganisationen in Bückeburg". Dieses harmonierte mit der Beteiligung an den Aktivitäten der Ehren- und Altersabteilung der Feuerwehr. Zu den Treffen der Senioren kamen Helmut und Monika Herrmann bis vor einem Jahr gemeinsam. Im vorletzten Jahr wurde das Fest der Goldenen Hochzeit im Hause Herrmann gefeiert.

Mit großer Freude half Helmut Herrmann bei dem Aufbau und der Einrichtung des neuen "Museum der Hilfsorganisationen in Bückeburg". Trotz mancher gesundheitlicher Probleme war es für ihn immer ein freudiger Tag, wenn mit dem Oldtimer-Tanklöschwagen Fahrten stattfanden. Mit welcher Freude hat er bei manchen Besuchen von Oldtimer-Feuerwehrtreffen als Beifahrer vorn im Tanklöschwagen gesessen, hat er "sein" historisches Fahrzeug den Besuchern erläutert.

Wie viele Tricks bei kleinen Fahrzeuginstandsetzungen hat er uns gezeigt, wie viel Ortsgeschichte und fröhliche Anekdote im Zusammenhang mit der Feuerwehr hatte er parat! Für all dieses: Danke, lieber Helmut!

Es steht heute, 3 Tage vor seiner Beisetzung fest, dass wir unseren Kameraden Helmut Herrmann schon jetzt sehr vermissen. Andererseits wollen wir dankbar sein, dass er im Beisein seiner Tochter in Ruhe und friedlich die Augen schließen durfte. Dankbarkeit sollten wir alle auch dafür empfinden, dass ein durch Krankheit bedingtes Martyrium ein Ende fand und quälende Schmerzen überwunden sind.


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